Expertenstatement Dr. Vogler:

Statt die digitale Transformation präventiv – und womöglich fehlgeleitet – zu regulieren, brauchen wir eine Haltung des „einfach mal machen“ und ständigen Nachsteuerns. Keine Lösung ist je final.

Expertenstatement Herr Ferder:

Insbesondere die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz steigen durch die Digitalisierung, vor allem durch zeit- und ortsflexibles Arbeiten. Wir beobachten eine Entgrenzung von Arbeitszeit und Arbeitsort. Es gibt auf betrieblicher Ebene bereits ein Instrument, um diesen Risiken zu begegnen: Die Gefährdungsbeurteilung. Leider wird dieses Instrument oft nicht genutzt. Auch haben die neuen und veränderten Gefährdungen durch zeit- und ortsflexibles Arbeiten noch keinen Einzug in die gelebte Praxis der Gefährdungsbeurteilungen gehalten. Daher braucht es eine bessere Anwendung und eine höhere Verbindlichkeit, auch durch eine Stärkung der Mitbestimmungsrechte in dieser Frage.

Expertenstatement Herr Latour:

Damit Arbeitnehmerrechte im digitalen Wandel gesichert werden, bedarf es m.E. einer umfassenden Stärkung der Mitbestimmungsrechte. Dies betrifft zuvorderst einer Stärkung der Mitbestimmungsrechte in Fragen der Arbeitsorganisation und Beschäftigungssicherung (z.B. durch Absenkung des Schwellenwertes für Betriebsänderungen); im Arbeitsschutz (z.B. durch obligatorische Technikfolgenabschätzungen bei der Einführung digitaler Innovationen), zum Schutz von Persönlichkeitsrechten der Beschäftigten (z.B. durch ein detailliertes Beschäftigtendatenschutzgesetz im Rahmen der Betriebsverfassung), bei betrieblichen Berufsbildungsmaßnahmen und zum Schutz arbeitnehmerähnlicher Personen und von Scheinselbständigen (z.B. Arbeitnehmerähnliche Personen ausdrücklich unter den Schutz der betrieblichen Interessenvertretungen zu stellen).

Expertenstatement Herr Meiers:

Der Arbeitsschutz muss im home office - den wesentlichen Bestimmungen für den betrieblichen Arbeitsplatz folgen. Wichtig ist auch hier insbesondere das Thema Gefährdungsbeurteilung.

Expertenstatement Herr Wiese:

Grundsätzlich gilt, dass die technischen Möglichkeiten nicht zu Leistungs– und Verhaltenskontrolle führen. Arbeitgeber, die meinen dieses Mittel der Datenüberwachung hierfür ausschließlich nutzen zu wollen, müssen ihre Qualitäten als Führungskräfte überprüfen. Gerade im Bereich des Home Office und MobileWorking müssen Fragen z.B. zur Ergonomie am heimischen Arbeitsplatz, Übernahme notwendiger Kosten für Möbel und technischer Ausstattung wie Computer, Handy und Datenleitung geklärt werden. Auch müssen Serverlaufzeiten oder zeitliche Zugänge zum betrieblichen Netz definiert werden, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Selbstausbeutung zu schützen.

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